| Veranstaltung: | Kreismitgliederversammlung am 22.11.2025 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 4. Gemeinsam geht’s – Startschuss in die Kommunalwahl 2026 und Beschluss des Wahlprogramms |
| Antragsteller*in: | Kreisvorstand (dort beschlossen am: 25.09.2025) |
| Status: | Eingereicht |
| Angelegt: | 27.10.2025, 16:25 |
WP3: Landwirtschaft: Nachhaltig, regional, zukunftsfähig
Titel
Antragstext
Die Landwirtschaft prägt unseren Schwalm-Eder-Kreis seit Jahrhunderten und ist
ein wesentlicher Teil unserer regionalen Identität. Wir stehen heute vor der
Herausforderung, unsere landwirtschaftlichen Betriebe zukunftsfähig zu
gestalten, die Ernährungssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig unsere
natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen. Für uns GRÜNE bedeutet das: Wir
brauchen eine Landwirtschaft, die ökologisch verträglich, sozial gerecht und
wirtschaftlich tragfähig ist.
Ökologische Landwirtschaft fördern – Gentechnik verhindern
Wir setzen uns für eine deutliche Ausweitung des ökologischen Landbaus im
Schwalm-Eder-Kreis ein. Bis 2030 wollen wir den Anteil der ökologisch
bewirtschafteten Flächen auf mindestens 30 Prozent steigern. Dafür schaffen wir
Anreize für Landwirt*innen, die auf Bio-Landbau umstellen möchten, und
unterstützen sie mit gezielten Beratungsangeboten und Förderprogrammen.
Gentechnik hat in unserer Landwirtschaft nichts zu suchen. Wir lehnen den Anbau
von gentechnisch veränderten Pflanzen im Schwalm-Eder-Kreis entschieden ab und
setzen uns für eine gentechnikfreie Region ein. Gemeinsam mit den Landwirt*innen
wollen wir ein Netzwerk aufbauen, das den Austausch von gentechnikfreiem Saatgut
fördert und traditionelle, an unsere Region angepasste Sorten erhält.
Wir unterstützen Landwirt*innen, die auf chemisch-synthetische Pestizide
verzichten und stattdessen auf mechanische und biologische Methoden der
Schädlingsbekämpfung setzen. Durch gezielte Förderung von Blühstreifen und
Feldrainen schaffen wir Lebensräume für Nützlinge und erhöhen die Biodiversität
auf unseren Äckern.
Regionale Wertschöpfungsketten stärken
Die Zukunft der Landwirtschaft im Schwalm-Eder-Kreis liegt in regionalen
Wirtschaftskreisläufen. Wir wollen die Direktvermarktung landwirtschaftlicher
Produkte ausbauen und Hofläden, Wochenmärkte sowie Solidarische Landwirtschaft
(SoLaWi) fördern. Dafür entwickeln wir ein regionales Vermarktungskonzept und
unterstützen den Aufbau digitaler Plattformen, die Erzeuger*innen und
Verbraucher*innen direkt zusammenbringen.
In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Verwaltungsgebäuden
setzen wir auf regionale und ökologische Verpflegung. Bis 2027 soll der Anteil
regionaler Bio-Lebensmittel in öffentlichen Kantinen auf mindestens 50 Prozent
steigen. So schaffen wir verlässliche Absatzmärkte für unsere heimischen
Landwirt*innen und fördern gleichzeitig gesunde Ernährung.
Wir unterstützen die Gründung genossenschaftlicher Verarbeitungsbetriebe, damit
mehr Wertschöpfung in der Region bleibt. Von der Molkerei bis zur Mosterei –
gemeinsam können Landwirt*innen Infrastrukturen schaffen, die allen zugutekommen
und die Abhängigkeit von großen Konzernen verringern.
Klimaschutz und Tierwohl zusammendenken
Die Landwirtschaft ist vom Klimawandel besonders betroffen, kann aber auch Teil
der Lösung sein. Wir fördern Agroforstsysteme, Humusaufbau und wassersparende
Bewirtschaftungsmethoden, um unsere Landwirtschaft klimaresilienter zu machen.
Durch die Anlage von Hecken und Feldgehölzen schaffen wir nicht nur
Kohlenstoffsenken, sondern auch wertvolle Biotopverbünde.
Tierwohl und Klimaschutz gehören für uns zusammen. Wir setzen uns für
artgerechte Tierhaltung ein und unterstützen Landwirt*innen beim Umbau ihrer
Ställe. Gleichzeitig wollen wir den Konsum von Fleisch aus Massentierhaltung
reduzieren und die pflanzliche Eiweißproduktion in der Region stärken. Dafür
fördern wir den Anbau von Hülsenfrüchten wie Erbsen, Bohnen und Linsen.
Wir stehen an der Seite der Landwirt*innen, die den Weg zu mehr Nachhaltigkeit
gehen wollen. Mit einem kreisweiten Programm "Zukunftshöfe" zeichnen wir
Betriebe aus, die in besonderem Maße Tierwohl, Klimaschutz und Biodiversität
fördern, und machen ihre innovativen Ansätze sichtbar. So schaffen wir Vorbilder
für eine Landwirtschaft, die ökonomisch erfolgreich ist und gleichzeitig
Verantwortung für kommende Generationen übernimmt.
Junglandwirt*innen und Hofnachfolge unterstützen
Die Zukunft unserer Landwirtschaft hängt davon ab, dass junge Menschen eine
Perspektive in diesem Beruf sehen. Wir schaffen ein Existenzgründungsprogramm
speziell für Junglandwirt*innen. Besonders fördern wir innovative Konzepte wie
Solidarische Landwirtschaft, Gemeinschaftshöfe und ökologische
Bewirtschaftungsformen.
Öffentliche Flächen werden vorrangig an nachhaltig wirtschaftende Betriebe und
Junglandwirt*innen verpachtet. Mit einem Mentoring-Programm bringen wir
abgabewillige Hofbesitzer*innen und potenzielle Nachfolger*innen zusammen und
begleiten den Übergabeprozess professionell.
Änderungsanträge
- Ä7 (Kreisvorstand (dort beschlossen am: 15.11.2025), Eingereicht)