| Veranstaltung: | Kreismitgliederversammlung am 22.11.2025 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 4. Gemeinsam geht’s – Startschuss in die Kommunalwahl 2026 und Beschluss des Wahlprogramms |
| Antragsteller*in: | Kreisvorstand (dort beschlossen am: 25.09.2025) |
| Status: | Eingereicht |
| Angelegt: | 28.10.2025, 17:10 |
WP10: Vielfalt, Teilhabe und Chancengleichheit sind der Weg in eine gerechte und zukunftsfähige Gesellschaft
Titel
Antragstext
Wir wollen, dass alle Menschen im Schwalm-Eder-Kreis die gleichen Möglichkeiten
haben. Alle sollen ihr Leben frei gestalten können und aktiv am
gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben teilhaben. Das
bedeutet Ungleichheiten zu erkennen und abzubauen. Menschen sollen
gleichberechtigt gehört, respektiert und unterstützt werden. Unabhängig von
Geschlecht, geschlechtlicher Identität, Herkunft, Alter, sexueller Orientierung,
Behinderung oder finanzieller Lage. Queere Lebensrealitäten sind auch in unserem
Kreis Alltag, Diskriminierungen aber leider auch. Wir werden Sichtbarkeit
schaffen und entschlossen gegen Diskriminierungen vorgehen.
Geschlechtergerechtigkeit, Gleichstellung und Gesundheitszugang
Alle Menschen im Landkreis sollen die gleichen Chancen haben. Wir möchten ein
Klima schaffen, in dem sich jede Person sicher, respektiert und willkommen
fühlt.
Wir möchten Möglichkeiten schaffen, in denen Menschen voneinander lernen, neue
Wege ausprobieren und sich gegenseitig unterstützen können. Wir wollen
Strukturen und Vorurteile abbauen, die Menschen in Rollen drängen oder
benachteiligen.
Dazu gehören barrierefreie und diskriminierungsfreie Zugänge zu Bildung, Arbeit
und medizinischer Versorgung. Spezielle Angebote können hier helfen, etwa
geschützte Gruppenräume, Begegnungs- und Kulturangebote für unterschiedliche
Zielgruppen oder Freizeitangebote wie „Mama geht tanzen“ als Beispiel für
niedrigschwellige, sichere Räume.
Neben symbolischen Akten wie dem Hissen von Regenbogenflaggen an queeren
Gedenktagen oder Aktionen bei schulischen und kommunalen Veranstaltungen müssen
aber auch Taten folgen. Im Schwalm-Eder-Kreis fehlt es an Anlaufstellen für
queere Menschen. Wir wollen daher eine Anlaufstelle in der Kreisverwaltung
schaffen, die sich um die Belange und Sorgen von Queers kümmert. Diese Stelle
soll mit regelmäßigen Sprechzeiten in Schulen und Kommunen leicht erreichbar
sein. Neben der Vermittlung psychologischer Angebote soll auch eine rechtliche
Information angeboten werden. Darüber hinaus soll es in jeder Stadt feste
Sprechzeiten und Aktionen bei kommunalen Feierlichkeiten geben, um die
Sichtbarkeit von queeren Menschen weiter zu erhöhen.
Gewaltprävention und Schutzräume
Jeder Mensch im Landkreis soll sicher leben können, unabhängig davon, wie er
lebt oder wen er liebt. Deshalb wollen wir bestehende Angebote zur
Gewaltprävention stärken und neue schaffen. Dazu gehören Bildungsangebote in
Schulen, Informationsveranstaltungen in Vereinen und leicht zugängliche
Beratungsstellen.
Ein besonderes Augenmerk wollen wir auf den Schutz vor geschlechtsspezifischer
Gewalt legen. Gewalt gegen Frauen, Mädchen und queere Personen muss entschieden
bekämpft werden. Dazu gehört auch, Femizide klar zu benennen, ihre Ursachen zu
erforschen und wirksame Schutz- und Unterstützungsangebote zu schaffen.
Schutzräume sind ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit. Ein queeres Zentrum
kann ein Beispiel sein, ebenso wie Schutzwohnungen für Menschen, die von Gewalt
bedroht sind.
Gemeinschaft und Miteinander
Eine lebendige Gemeinschaft lebt vom Miteinander. Wir wollen Angebote fördern,
die Menschen verschiedener Generationen und Hintergründe zusammenbringen: Von
Mehrgenerationenprojekten über Vereine bis zu Dorffesten, bei denen alle
willkommen sind.
Demokratiebildung und Vernetzung
Demokratie wird stärker, wenn Menschen mitreden und mitgestalten können. Wir
wollen Angebote wie Veranstaltungen und Bildungsformate in Schulen, Vereinen
oder Gemeindezentren fördern, die insbesondere junge Menschen für demokratische
Werte begeistern und sie im Engagement gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit
stärken. Gleichzeitig unterstützen wir Vereine und Initiativen, die sich aktiv
für Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Arbeitskreise und Bürgerinitiativen
wollen wir intensiver als bisher über bestehende Fördermöglichkeiten informieren
und somit Raum für neue Ideen geben. Durch vernetzte Strukturen zwischen
engagierten Menschen soll Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsames Handeln
entstehen. Bürger*innenräten, welche wir verstärkt einführen möchten, können
hierzu ein geeignetes Mittel sein.
Kostenfreie Hygieneprodukte
Der kostenfreie Zugang zu Hygieneprodukten soll an Schulen, in öffentlichen
Einrichtungen und an zentralen Orten im Landkreis selbstverständlich sein. Dazu
gehören insbesondere Menstruationsartikel wie Tampons und Binden, die genauso
wie Seife oder Toilettenpapier als Teil der Grundversorgung betrachtet werden.
So wird verhindert, dass Menschen aus finanziellen Gründen im Alltag
eingeschränkt oder von Schule, Ausbildung, Arbeit oder gesellschaftlichen
Aktivitäten ausgeschlossen werden.
Änderungsanträge
- Ä13 (Kreisvorstand (dort beschlossen am: 15.11.2025), Eingereicht)