| Veranstaltung: | Kreismitgliederversammlung am 22.11.2025 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 4. Gemeinsam geht’s – Startschuss in die Kommunalwahl 2026 und Beschluss des Wahlprogramms |
| Antragsteller*in: | Kreisvorstand (dort beschlossen am: 25.09.2025) |
| Status: | Eingereicht |
| Angelegt: | 28.10.2025, 16:58 |
WP8: Bezahlbares und gutes Wohnen im Kreis
Titel
Antragstext
Bezahlbares Wohnen ist eine der drängendsten sozialen Fragen unserer Zeit.
Wohnen ist ein Grundbedürfnis, kein Luxusgut oder Spekulationsobjekt.
Angemessener Wohnraum muss für alle verfügbar und bezahlbar sein. Gleichzeitig
erfordert die Wärmewende große Investitionen und wir müssen mit Ressourcen wie
Boden und Baumaterialien verantwortlich umgehen. Um diesen Zielkonflikt zu
bewältigen sind gerade im ländlichen Raum neue Wohnkonzepte erforderlich. Wir
unterstützen Initiativen für gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen,
generationenübergreifende Wohnformen und Wohnbau-Projekte. Das Modell „Wohnen
für Hilfe“ wollen wir auch im Schwalm-Eder-Kreis etablieren. Es bietet älteren
oder kranken Menschen als Vermieter*innen die Chance, weiter in ihren eigenen
vier Wänden zu leben, während die andere Seite als Mieter*innen von geringen
Mieten profitiert.
Die Sanierung und der bedarfsgerechte Umbau von Bestandsgebäuden haben für uns
Vorrang vor Neubau. Hierfür wollen wir rechtliche Hürden z. B. im Bereich der
Bauordnung absenken und Konflikte mit dem Denkmalschutz ausräumen. Bei
Neubauprojekten sollte die Schaffung von günstigem, barrierefreiem Wohnraum und
auch der soziale Wohnungsbau im Vordergrund stehen. Wir setzen uns dafür ein,
die Sozialbindung bei gefördertem Wohnraum zu verlängern und die vorzeitige
Ablösung zu erschweren. Öffentliche Grundstücke sollten vorrangig über
Konzeptvergaben an soziale, ökologische und gemeinschaftliche Träger vergeben
werden. Wir wollen einen Kommunalen Fonds zum Ankauf und zur Sicherung von
Grundstücken einrichten, um diese dauerhaft für bezahlbaren Wohnraum, soziale
Infrastruktur oder gemeinwohlorientierte Nutzung vorzuhalten.
Leerstand sowohl in Ortskernen als auch in Wohngebieten wirken wir aktiv
entgegen. Hierfür wollen wir ein kreisweites Leerstandskataster einführen und
pflegen, Zweckentfremdungs-Satzungen nutzen und Anreize zur Sanierung und
Vermietung leerstehender Gebäude schaffen.
Der steigenden Zahl von Hitzesommern wollen wir durch Hitzeschutzmaßnahmen
Rechnung tragen. Um das Grün in den Städten und Dörfern langfristig erhalten zu
können, werden wir die Kommunen mit Umsetzungsstrategien bei der
Regenwasserspeicherung unterstützen, damit das Ziel von „Schwammstädten“
erreicht werden kann. Gleichzeitig muss der Hochwasserschutz bei
Starkregenereignissen weiter verbessert werden.
Die langfristige und nachhaltige Sicherung der Wasserversorgung gehört mit
zunehmenden Dürreperioden ebenso zu einer verantwortungsvollen Daseinsvorsorge.
Hierfür muss der Wasserverbrauch vor allem in der Industrie gesenkt werden. Aber
auch im privaten Bereich kann gerade im Neubau durch intelligente
Brauchwasserkonzepte der Trinkwasserverbrauch gesenkt werden.